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zurück | 05.09.2011 |
Menschen wollen heute anders geführt werdenEine neue Führungskultur für das 21. Jahrhundert
Menschen wollen heute anders geführt werden
Alles ist in Bewegung. Ständig gibt es Neuerungen und Veränderungen. Auch Menschen sind nicht mehr wie früher. Dennoch tun sich die meisten Führungskräfte schwer, sich darauf einzustellen mit einer dazu passenden neuen Führungskultur. Im 20. Jahrhundert war es üblich, mit Dressur, Druck und Maßregelungen zu Führen. Anweisungen und Befehle zu geben, die der brave und pflichtbewusste Mitarbeiter auszuführen hatte, waren praktisch und unkompliziert für die Führungskräfte. Es ging damit auch viele Jahre gut, weil sich die Beschäftigten daran gewöhnt und angepasst hatten. Aber Menschen sind heutzutage so gut informiert und ausgebildet und durch das heutige Leben so vielseitig gefordert, dass die alte Art des Führens dazu nicht mehr passt. Der Mensch will wieder als Mensch wahrgenommen werdenDer Mensch will wieder als Mensch wahrgenommen werden und nicht als gut funktionierender, befehlsempfangender Beschäftigter. Auch durch Geld oder sonstige materielle Belohnungen sind Menschen heutzutage nur eine zeitlang intensiver aktivierbar. Ein Mitarbeiter, der das Ziel hat, nur wegen des Geldes zu arbeiten, wird sein Potenzial der Kreativität und Leistungsfähigkeit nur sehr beschränkt nutzen können. Der Job wird hier eher als Mittel zum Zweck gesehen. Da ist die Einsatzfreude und hohe Leistungsfähigkeit selten von Dauer. In unserer heutigen Arbeitwelt sind überwiegend Wissensarbeiter beschäftigt. Es gibt kaum noch einen Job, der nicht die kreative Leistungsfähigkeit gepaart mit loyaler Selbstmotivation seiner Mitarbeiter benötigt. Und aufgrund der im allgemeinen sehr gut ausgebildeten Menschen erwarten diese auch, dass sie entsprechend gefordert und eingesetzt werden. Wenn dann versucht wird, mit Druck, Dressur und einengender Maßregelungen zu führen, ist das absolut kontraproduktiv. Unser Gehirn ist dazu geschaffen, dass wir Probleme lösen, unsere Potenziale nutzen und entfalten können. Um das zu ermöglichen, werden dazu die entsprechenden Rahmenbedingungen benötigt. Leider sind diese in vielen Firmen noch zu selten gegeben. Unter Druck und Angst gehen wertvolle Potenziale verlorenAllzu oft erlebe ich, dass Menschen sich unter Druck gesetzt fühlen und zunehmend weniger ihrer wertvollen Potenziale nutzen können. Ganz schlimm ist es, dass sie immer mehr unter Ängsten leiden. Unter Druck und Angst können Menschen nur sehr beschränkt leistungsfähig sein und Kreativität ist sogar fast unmöglich. Weshalb wird dennoch immer wieder der Führungsstil der alten Art gewählt? Weil das bekannt ist, über Jahrzehnte erprobt wurde und eine lange Zeit erfolgreich wirkte. Aber die Menschen und unsere Welt haben sich verändert. Heute haben Menschen andere Erwartungen an einen Job. Sie sind viel besser ausgebildet und durch Medien und das Internet so gut informiert, dass sie in den Widerstand gehen oder sich ruckzuck einen neuen Arbeitgeber suchen, wenn ihnen irgendetwas zu sehr missfällt. Da geht Firmen meist wertvolle Unterstützung verloren. Wer dennoch dabei bleibt und sich anpasst, ist von seiner Persönlichkeit sehr treu und mag weder Konflikte noch Veränderungen. Jedoch haben auch diese Menschen Wünsche und Bedürfnisse und fühlen sich auf Dauer nicht gut damit. Mit der Zeit leiden sie gesundheitlich sehr, weil ihre unausgesprochene Unzufriedenheit nach innen umleitet wird. Also selbst, wenn man glaubt, es ginge immer noch mit dem alten Führungsstil, könnte das nutzbare Potenzial der Mitarbeiter viel größer sein mit gleichzeitig geringerem Krankheitsstand, wenn sie unter anderen Bedingungen arbeiten könnten. Wissensarbeiter brauchen eine Balance ihrer inneren ArbeitsweltKürzlich stand im Harvard Business Manager ein Artikel, der aufzeigte, wie man die Produktivität von Mitarbeitern steigern kann. Dort war von einer Studie mit Wissensarbeitern in 26 Projektteams zu lesen, die regelmäßig protokollieren sollten, was am Arbeitstag gelaufen war, wenn sie sich gut und wenn sie sich schlecht fühlten. Es war interessant, dass sehr viel davon abhing, ob sie gut voran kamen und ob sie sich unterstützt und emotional ausgeglichen fühlten. Die innere Arbeitswelt musste bei ihnen in Balance sein. Dann fühlten sie sich gut. Diese innere Arbeitswelt besteht aus Emotionen, Motivation und der Wahrnehmung des Arbeitsfeldes. Sie brauchten das Gefühl des respektvollen Miteinanders, der Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit und dass sie einen wertvollen Beitrag für das Projekt leisteten. Am schlechtesten war ihr Empfinden, wenn Rückschläge auftraten und sie sich nicht unterstützt oder angenommen fühlten vom Umfeld. Als Fazit daraus wurde gezogen, dass Führungskräfte einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Produktivität von Teams leisten können, wenn sie die Mitarbeiter unterstützen, dass sie ihre Arbeit als sinnvoll ansehen, ihre eigentliche Arbeit bestmöglich erledigen und täglich Fortschritte machen können. Sie sollten mit Respekt und Rücksicht behandelt werden, so dass auch Rückschläge besser verkraftet werden. Das motiviert zu Höchstleistungen. Die Rolle der Führungskraft neu definierenAllein schon an dieser Studie lässt sich erkennen, dass die Führungskraft des 21. Jahrhunderts ihre Rolle neu definieren muss. Wenn die Mitarbeiter bereit sind, ihr Bestes zu geben, dann sind sie auch ausgeglichener und gesünder. Alles das sind wichtige Begleiterscheinungen, die entsprechend positive Auswirkungen auf das ganze Unternehmen haben. Es lohnt sich also, die alten Denkweisen über das Führen loszulassen und sich einzulassen auf eine neue zukunftsorientierte Art des Führens, wie beispielsweise das gesunde Führen. Eine an die heutige Zeit angepasste Führungskultur benötigt allerdings Zeit und ist als flexibler Entwicklungsprozess zu sehen. So flexibel und vielseitig wie heute das Leben ist, müssen auch Firmen lernen mit umzugehen. Das bedeutet weg von einengenden Maßregelungen und Druck und hin zu Vertrauen und wertschätzendem, gegenseitig unterstützendem Miteinander.
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Und wie geht das ...
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